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    Von der Kriegslogik zu einer Friedenskultur

    Während bundesweit in über 90 Städten die traditionellen Ostermärsche für den Frieden stattfanden, versammelten sich am Ostermontag in Friedrichshafen am Bodensee über 800 Menschen – soviele wie letztes Jahr im schweizerischen Romanshorn – zum bereits 9. grenzüberschreitenden Friedensweg in der Tradition dieser Ostermärsche unter dem Motto «Von der Kriegslogik zu einer Friedenskultur». Frauen, Männer und Kinder aus dem Vorarlberg, aus den deutschen Anwohnerorten am Bodensee und eine starke Delegation aus der Schweiz, die am Mittag mit der Fähre von Romanshorn in Friedrichshafen eingetroffen war, bewegten sich von der Anlegestelle in einem bunten Zug durch die Stadt und versammelten sich zur Abschlusskundgebung am Adenauer Platz vor dem Rathaus.

    von Peter Weishaupt

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    Dort hielt Andreas Zumach, bekannter Friedensaktivist und UNO-Korrespondent aus Genf, eine Grundsatzrede zu «Friedenskultur entwickeln – die zentrale Herausforderung für uns alle». Zumach, der schon jahrzehntelang in der Friedensbewegung aktiv ist, kann sich nicht erinnern, je an Ostern so eine spannungsgeladene internationale Krisensituation vorgefunden zu haben.

     

    Zuvor hatten sich an drei Stationen am Friedensweg drei Frauen zu aktuellen Friedensfragen geäussert. Anne Rieger vom Bundesausschuss Friedensratschlag in Kassel betonte in ihrem Beitrag, dass die Rüstungskonversion, also die Umwandlung von Rüstungsproduktion in zivile Güterherstellung, die Schwester der Abrüstung sei. Statt noch mehr Waffen zu produzieren und exportieren, statt weiter masssiv aufzurüsten, wie es die deutsche Bundesregierung plant, sollte in gesellschaftlich nützliche Arbeit und Projekte investiert werden.

     

    Claudia Haydt von der Tübinger Informationsstelle Militarisierung forderte zivile Konfliktlösungen statt Rache und immer wieder Rache. Krieg sei die denkbar schlechteste Antwort auf Konflikte und Gewalt, zivile Konfliktlösungen seien sehr wohl möglich, um die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen. Die Schweizer Nationalrätin Claudia Friedl aus St. Gallen beschäftigte sich vor allem mit der aktuellen Lage in der Türkei nach der gestrigen Zustimmung zur autoritären Verfassung Erdogans. Als kürzliche Beobachterin in den kurdischen Gebieten forderte sie die türkische Regierung auf, alle politischen Häftlinge freizulassen, Demokratie und Rechtssstaatlichkeit wieder herzustellen, die Repression gegen das kurdische Volk zu stoppen und den Krieg in der Osttürkei und Syrien zu beenden.

     

    Zum diesjährigen Internationalen Bodensee-Friedensweg hatten mehr als 60 kirchliche, soziale und friedenspolitische Organisationen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland aufgerufen, darunter Amnesty, der Versöhnungsbund, Pax Christi und der Schweizerische Friedensrat. Nachdem der frühere Leiter der vorbereitenden Spurgruppe, Arne Engeli aus der Schweiz, letztes Jahr zurückgetreten war, stand die Vorbereitungsgruppe erstmals unter der Leitung des Lindauer Frieder Fahrbach.