Friedensweg auf facebook

    Gegen Fremdenfeindlichkeit in Rorschach

    Hunderte Friedensbewegte haben am Ostermontag in Rorschach am Friedensweg teilgenommen.

    Hunderte Friedensbewegte haben am Ostermontag in Rorschach am Friedensweg teilgenommen.

    Beim zweitgrössten Ostermarsch der Schweiz haben am Ostermontag 2011 rund 200 Menschen in Rorschach am Bodensee gegen Fremdenhass protestiert. „Der Reichtum der Schweiz ist die Vielfalt der Menschen“, sagte Paul Rechsteiner, Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) bei der Abschlusskundgebung in der evangelischen Kirche in Rorschach.

    „Auch die Schweiz war einmal ein armes Land, aus dem viele geflüchtet sind“, sagte Rechsteiner. „Wenn wir heute durch die Industrialisierung ein reiches Land geworden sind, haben die Migrantinnen und Migranten verschiedener Generationen sehr viel dazu beigetragen.“ Gerade Rorschach, mit einem Ausländeranteil von rund 45 Prozent und einer lebhaften Industriegeschichte, sei ein „sprechendes Beispiel dafür“.

    thumbnail of flyer-2011

    Der Friedensweg-Flyer 2011. (Klicken zum Lesen oder Herunterladen)

    Dennoch würden die Kräfte der Ausgrenzung in der Schweiz stärker, sagte der sozialdemokratische Politiker mit Blick auf die Minarett-Initiative. Zudem wachse die Gefahr, dass politische Entscheidungen immer stärker von Banken und Konzernen dominiert und die Steuergeschenke für die Reichen vielfältiger würden, kritisierte Rechsteiner. Für Rechsteiner ist dies Ausdruck einer „doppelten Demokratiekrise der Schweiz“.

    Stimmrecht für Ausländer gefordert

    In der am Nachmittag verabschiedeten „Rorschacher Erklärung“ forderten die Ostermarschierer unter anderem ein kantonales und kommunales Stimmrecht für Ausländer. Die Verweigerung des Stimmrechts sei eine „schwere Beeinträchtigung der Demokratie“, heisst es in der Erklärung. In der Stadt Rorschach sei derzeit beinahe die Hälfte der Einwohner vom Stimmrecht ausgeschlossen.

    Zudem kritisierten die Ostermarschierer die immer wieder zu beobachtenden fremdenfeindliche Kampagnen in der Schweiz. Diese seien „Gift für die Integration“. Für Flüchtlinge in der Schweiz verlangt die „Rorschacher Erklärung“ bessere Versorgung. Das gegenwärtige System der Nothilfe sei menschenverachtend und gehöre abgeschafft.

    Zu dem Ostermarsch unter dem Motto „Fremde werden einheimisch“ hatten Kirchen, Parteien und Friedensinitiativen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich aufgerufen.

     

    Zurück zur Übersicht: Friedensweg 2011