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    Rorschacher Erklärung:
    „Fremde werden einheimisch“

    Zum Ende des Friedenswegs 2011 wurde die "Rorschacher Erklärung" verabschiedet.

    Zum Ende des Friedenswegs 2011 wurde die „Rorschacher Erklärung“ verabschiedet.

    In der „Rorschacher Erklärung“ fordern die Teilnehmer des Friedenswegs 2011 ein Ende der Ausgrenzung von Fremden. Stattdessen müsse Rorschach die Heimat all seiner EinwohnerInnen sein. Politische Mitbestimmung inklusive. Die Erklärung im Wortlaut.

    Der Ostschweizer Friedensweg am Ostermontag, 25. April 2011, führte über hundert Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung, auch aus dem benachbarten Ausland, einen Tag lang durch die Stadt Rorschach und an den See. Informationen aus erster Hand beleuchteten das Thema «Fremde werden einheimisch». Rorschach hat eine lange Tradition des Zusammenlebens verschiedener Kulturen. Migrantinnen und Migranten aus fünfzig Nationen leben hier und machen über 45 Prozent und, wenn man auch die Eingebürgerten dazu zählt, wohl über 60 Prozent der Einwohner aus.

    Stimme einer Migrantin, die seit Jahrzehnten hier wohnt: «Wenn ich in der Schweiz bin, habe ich Sehnsucht nach meiner Heimat Spanien, und wenn ich ein paar Wochen dort bin, sehne ich mich nach meiner Wahlheimat Schweiz. Als Migrantin habe ich dank meiner Bemühungen um Integration viel erreicht und bin glücklich. Integration ist ein Geben und Nehmen. Es braucht gegenseitigen Respekt und Bereitschaft, die andere Person mit ihrer Kultur zu akzeptieren. Integration ist nur über die Sprache möglich.»

    Erklärtes Ziel muss es sein, die Stadt zur Heimat für alle ihre Bewohner/innen zu machen. Alle sollen geachtet sein und sich wohl fühlen, auch alle jene Gruppierungen, die in ihrem Zugang zu den Ressourcen benachteiligt sind. Das forderte 2003 ein vorbildliches Leitbild zum Zusammenleben in Rorschach, welches 120 Leute im Auftrag des Stadtrates erarbeitet haben. Die darin vorgeschlagenen Massnahmen verdienen es, konsequenter umgesetzt zu werden.

    Auf dem Friedensweg konnten wir Einblick gewinnen werden in solche Beispiele:

    Wir erkannten, dass weitere Anstrengungen und Massnahmen nötig sind, zum Beispiel:

    Das friedliche Zusammenleben wird immer wieder untergraben durch die Instrumentalisierung des ‚Ausländerproblems’ für politische Zwecke. Auch wenn die Nationalitäten oder Herkunftsregionen, die im Zentrum fremdenfeindlicher Kampagnen stehen, sehr schnell wechslen können, so bewirken diese doch eine generelle Verunsicherung unter den Zugewanderten und verbreiten eine unterschwellige Angst, hierzulande unwillkommen zu sein. Das ist aber Gift für die Integration. Unser heutiges Zusammenkommen in Rorschach setzt ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Fremdenhass und für die vielfältige, mehrsprachige, interreligiöse und multikulturelle Schweiz.

    Friedensweg am Ostermontag 2011

     

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