Rückblick 2021

"FriedensKlima - Abrüsten und Frieden schützen"

Der Internationale Bodensee-Friedensweg kann coronabedingt nicht wie geplant in Überlingen stattfinden. Lokal wird dort mit einem Schweigemarsch in kleinem internen Rahmen und dem Aufsteigenlassen von Friedenstauben der Friedensbotschaft gedacht.

Die vorgesehenen Redebeiträge sind ab Ostern hier als Video abrufbar.

Mit Klimagerechtigkeit schaffen wir Frieden!

Der Bodensee-Friedensweg 2021 fand am Ostermontag 5.April statt. Als Zeichen, dass die Friedensbewegung nicht ruht, wurden in diesem Jahr von Gründonnerstag bis Ostermontag die Peace-Fahne zum Fenster oder Balkon herausgehangen.

Redebeiträge auf YouTube 2021

Die Reden enthalten eine kraftvolle Botschaft zum Thema „FriedensKlima – abrüsten und Klima schützen.“

Diese Reden werden uns ermutigen, nicht nachzulassen in unserem Einsatz für eine gerechtere, friedlichere und überlebensfähige Welt.

Hier der Beitrag von Claudia Friedl, Nationalrätin SP und Umweltwissenschaftlerin, St.Gallen. Sie spricht zum Thema:

«Nur mit Klimagerechtigkeit schaffen wir Frieden – Solidarität in der Corona-Katastrophe»

Liebe Freundinnen und Freunde!

Schön, dass ich euch heute begrüssen darf,
schade, dass wir nicht gemeinsam in Überlingen sein können.
Schon vor einem Jahr musste der Ostermarsch abgesagt werden. Wer hätte gedacht, dass es dieses Jahr immer noch nicht möglich ist, sich in grosser Zahl zu treffen.

Die Pandemie umfasst mittlerweile die ganze Welt. Viele sind müde von den einzuhaltenden Massnahmen, oder haben sogar einen Menschen verloren. Jetzt verspüren wir aber doch etwas Hoffnung, dass durch die Impfung sich unser Zusammenleben wieder normalisieren könnte. Aber vergessen wir nicht, Impfstoff ist knapp, auch hier bei uns in der Schweiz und der EU. Von einer gerechten Verteilung über die ganze Welt, also auch an die ärmsten Länder, sind wir  weit entfernt, obwohl das grossartig versprochen worden ist. Wir müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass alle Zugang zum Impfstoff haben. Nur so kriegen wir das Virus in den Griff. Nationalismus ist bei einer globalen Krise fehl am Platz.

Das gleiche gilt nicht nur für eine Pandemie, sondern auch für ein weitere, globale Herausforderung, die uns jetzt sofort und die nächsten Jahrzehnte enorm beschäftigen wird: Der Klimawandel.
Die Erde kocht und wir heizen weiter kräftig ein. In den Ländern hier rund um den Bodensee verursacht eine Person durch ihren Konsum jedes Jahr zwischen 10 und 14 Tonnen klimaschädliches CO2. Am anderen Ende der Liste sind die Länder des globalen Südens. Eine Person in Guinea oder Ruanda verursacht durch ihren Konsum weniger als 0.1 Tonnen CO2 pro Jahr. Und da zeigt sich das  Problem: Der Klimawandel ist nicht gerecht. Die Industrieländer produzieren nicht nur aktuell viel mehr CO2, wir blasen es bereits schon seit über hundert Jahre ununterbrochen in die Atmosphäre.

Den Klimawandel aber spüren wir heute überall. Während wir hier bei uns die Möglichkeiten haben, uns einigermassen davor zu schützen, sieht es bei den Ländern des Südens anders aus. Die Folgen, die sich dort vor allem zeigen, sind eine enorme Verknappung des Süsswassers, ein Rückgang der Ernten und Nahrungsmittel, eine markante Zunahme von Stürmen und Flutkatastrophen. Das UN-Klimabüro geht davon aus, dass bis ins Jahr 2050 150 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden. Das bedeutet, sie müssen ihre Heimat verlassen. Es wird  Auseinandersetzungen um die knappen Ressourcen geben, Konflikte werden zunehmen.

Eine wirkungsvolle Klimapolitik ist daher unverzichtbar für eine erfolgreiche Friedenspolitik.
Es braucht jetzt Massnahmen gegen den weiteren CO2-Ausstoss von uns privilegierten Bewohnerinnen und Bewohnern dieser Erde, damit der Temperaturanstieg auf 1.5° gedrückt werden kann!
Es braucht einen Effort von unserer Seite als Beitrag zur Klimagerechtigkeit, denn gerecht war das Energiegeschäft nie. Von der Petro-Industrie konnte nie die Bevölkerung der ärmsten Länder profitieren. Es sind einerseits die Machthaber in den rohstoffreichen Ländern, die sich mit den Gewinnen aus dem Rohstoffhandel an der Macht halten können oder aber die internationalen Unternehmen mit Sitz in unseren Ländern, die die Milliardengewinne einfahren. Für die Menschen in den Ländern des Südens, die zwar im Besitz von Öl und Gas sind, bleibt finanziell nichts liegen. Ich erinnere an das aktuelle Beispiel von Moçambique. Der Handel mit Rohstoffen ist oft eng mit Korruption verbunden. Diese führt zu Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg. Die Bevölkerung bleibt in der Armut oder wird vertrieben. Es ist Zeit, dass es eine volle Transparenz über sämtliche Finanzströme gibt. Wo es unrechtmässige Bereicherungen gab, die sogar noch bei uns auf den Konten liegen, muss das Geld an die Bevölkerung zurückgegeben werden. Dafür müssen wir uns einsetzen.

Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Industrieländer ihr Versprechen halten, welches sie 2015 am Pariser Klimagipfel abgegeben haben. Es geht um das Versprechen, den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden Dollar zusätzlich zu den bisherigen Entwicklungsgeldern für die Bekämpfung des Klimawandels zur Verfügung zu stellen. Damit können die Länder Massnahmen ergreifen, um Treibhausgase zu vermindern und um die notwendigen Schutzanpassungen an den Klimawandel vorzunehmen. Die Schweiz hat schon vor der Corona-Pandemie signalisiert, dass sie die versprochenen Millionen aus der Kasse der Entwicklungshilfe nehmen wird. So war das aber nicht gemeint! Lieber investiert die Schweiz das Geld in neue Kampfjets – die dienen aber weder dem Klima, noch dem Frieden.

Lasst mich noch einen kurzen Blick auf die politische Lage in verschiedenen Ländern werfen. Es sind zahlreiche Konflikte, mit denen wir täglich und zum Teil schon jahrelang, konfrontiert werden. Machterhalt, Demokratieverlust, Unterdrückung von Minderheiten nehmen beträchtlich zu.
Vor 3 Wochen besuchte uns die Belarussiche Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja im Schweizer Parlament. Seit den Wahlfälschungen letzten Sommer demonstrieren tausende Menschen in Belarus für mehr Demokratie und Gerechtigkeit. Sie werden brutal von den Sicherheitskräften geschlagen und viele werden grundlos verhaftet und zu unverhältnismässig langen Haftstrafen verurteilt.
In Hongkong demonstrieren Tausende unter Gefährdung ihres Lebens für mehr Demokratie und Freiheit.
In Myanmar schlägt die Militärjunta ihre eigenen Bürgerinnen und Bürger brutal nieder und erschiesst Demonstrierende, es gibt Hunderte Tote, Tausende Gefangene.

In China wird mit den Uiguren ein ganzes Volk unterdrückt, weggesperrt und umerzogen.
In der Türkei geht die Verfolgung und Amtsenthebung der gewählten, kurdennahen HDP-Abgeordneten ungebrochen weiter. Ja, sogar aus der Istanbul-Konvention ist Erdogan ausgetreten, die Konvention des Europarates, die sich auf den Schutz der Frauen vor Gewalt bezieht.
Die Liste wäre noch lang. Es sind viele mutige Menschen, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit einsetzen. Es ist an uns, unsere Solidarität mit ihnen zu zeigen. Es ist auch an uns, unsere Regierungen aufzufordern, dass sie keinen Pakt mit Machthabern eingehen, die ihre Bevölkerung drangsalieren,
dass sie bereit sind, Sanktionen gegen Machthabende und ihre Helfer zu ergreifen,
dass sie sich entschieden äussern gegen Rassismus und Sexismus.

Liebe Friedensfreundinnen und –freunde, wenn wir uns jetzt nicht einsetzen für eine gerechte Klimapolitik, die die Bedürfnisse des Südens miteinbezieht, dann verpassen wir die Chance, die Zukunft positiv zu gestalten. Helfen wir mit, dass die Klimakrise so überwunden werden kann, dass sie nicht zur Friedenskrise wird.
Machen wir die Klimapolitik enkeltauglich, machen wir sie friedenstauglich.

Ich danke euch!

Constantin Eberle (A) hätte am Ostermontag, 5.4.2021, für den Bodensee-Friedensweg in Überlingen sprechen sollen – zum Thema:

«Mit Klimagerechtigkeit schaffen wir Frieden!»

Da der Friedensweg wegen Corona nicht durchgeführt werden kann, wurde seine Ansprache aufgezeichnet.

Dr. Theodor Ziegler, Ev. Landeskirche Baden, Forum Friedensethik FFE und Friedensinstitut Freiburg, hätte am Ostermontag, 5.4.2021, für den Bodensee-Friedensweg 2021 in Überlingen sprechen sollen. Da der Friedensweg wegen Corona nicht durchgeführt werden kann, hat er seine Ansprache aufgenommen. Sie wird hier auf diesem Kanal des Forums St.Gallen öffentlich zugänglich gemacht.

Sicherheit ohne Waffen – 2040 keine Bundeswehr mehr!

Miriam Rizvi, Kantonsschule St.Gallen, hätte am Ostermontag, 5.4.2021, für den Bodensee-Friedensweg in Überlingen sprechen sollen – zum Thema: «Mit Klimagerechtigkeit schaffen wir Frieden!» Da der Friedensweg wegen Corona nicht durchgeführt werden kann, wurde ihre Ansprache aufgezeichnet.

Der Begriff „Umweltflüchtling“ tauchte erstmals 1976 auf. Die vorgeschlagene Definition beschrieb Umweltflüchtlinge als Personen, die aus zwingenden Gründen plötzlicher und extremer Umweltveränderungen, die sich auf ihre Lebensbedingungen auswirken, gezwungen sind, zu migrieren. Obwohl der Begriff bereits vor 45 Jahren auftauchte, wird Klimaflüchtlingen noch immer kein ausreichender rechtlicher Schutz gewährt. Gleichgesinnte, die vor wirtschaftlicher Ungleichheit und Konflikten fliehen, haben das Recht auf Asyl. Migration aufgrund von Klimakatastrophen hat dieses Recht nicht.
 
Während die Klimakrise unser Leben weiter beeinflusst, ist dieses politische Versäumnis ein Affront gegen den Gedanken der Solidarität. Anstatt unsere Flüchtlingspoltik so umzugestalten, dass sie inklusiver und fortschrittlicher wird, geschieht das Gegenteil. Rechtsgerichtete Parteien wie die SVP, die AFD und die ÖVP treiben eine Politik voran, die unsere Grenzen nur für Menschen in Not schließt. Dabei propagieren sie populäre rassistische und nationalistische Hetzen. Diese Entwicklung ist ärgerlich, wenn man in die Zukunft schaut, die uns die Klimakrise bringt…
 
Die Klimakrise destabilisiert das Leben von uns allen, wird aber die Ärmsten zuerst treffen. Der steigende Meeresspiegel wird zum Verlust von Häusern, Landwirtschaft und der Lebensgrundlage vieler Menschen führen. Auch Regionen am Rande der Wüste werden betroffen sein. Im Süden der Sahara zum Beispiel beobachten Wissenschaftler bereits eine Zunahme von Dürren und Wasserknappheit, da sich die Wüste ausdehnt. Ohne Wasser kann kein Leben überleben, und die Menschen werden gezwungen sein, umzuziehen. Auf der anderen Seite des Atlantiks führen Dürren dazu, dass natürliche Lebensräume verbrennen. Der Amazonas ist das berüchtigtste Beispiel. Aber auch in Skandinavien, Russland, Australien und Deutschland wurde eine Zunahme der Waldbrände beobachtet. Wenn Ihre Gemeinde in eine Aschelandschaft verwandelt wird, bleiben nur wenige. Im Norden verursacht der schmelzende Permafrost Erdrutsche, die wichtige Infrastruktur und Häuser zerstören. Insgesamt erwarten Wissenschaftler, dass bis 2050 150 bis 200 Millionen Menschen aufgrund des Klimanotstandes fliehen werden. Das gleiche Jahr, in dem die Schweiz die Nettonull erreichen will.

Die globale Erwärmung mag Naturkatastrophen verursachen, aber die Gesundheit unserer Umwelt hat auch Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche und soziale Stabilität. Laut dem Maplecroft’s Climate Change Vulnerability Index werden 6 Orte besonders von der Klimakrise betroffen sein: Lagos, Nigeria, Haiti, Jemen, Manila, Philippinen, die Kiribati-Inseln und die Vereinigten Arabischen Emirate. Allesamt sind es Küstenregionen, die durch den steigenden Meeresspiegel voraussichtlich unter Stress geraten werden. Doch die Umweltkrise erfordert eine effektive Politik, soziale und wirtschaftliche Stabilität. Der Jemen zum Beispiel befindet sich mitten in einem Bürgerkrieg, der seine Institutionen schwächt, was in Krisenzeiten unerlässlich ist. Das macht die Menschen im Jemen ungeschützt und unfähig, eine starke Basis für den Kampf gegen die Klimakrise zu schaffen. Diese Beispiele zeigen uns, dass starke, auf Solidarität basierende Institutionen, wirtschaftliche Stabilität und Frieden notwendig sind, um den Klimazusammenbruch effektiv zu bekämpfen.

Tatsächlich verschärft die Klimakrise die Ungleichheiten, was zu sozialen Unruhen und damit zu einem höheren Risiko für Konflikte und Gewalt führt. Wenn der Agrarsektor unter Druck gerät, wird die Nahrungsmittelknappheit immer mehr zur Realität werden. Während Dürren und Wüstenbildung das Wasser knapp werden lassen, werden Industrien und Menschen gezwungen sein, ethische Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie das Wasser unter den Menschen und Industrien verteilen. Wenn die ölindustriellen Länder im Nahen Osten ihre wichtigste wirtschaftliche Einnahmequelle verlieren, wird eine ganze Region gezwungen sein, neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu finden. Solche Verschiebungen in den wirtschaftlichen und sozialen Strukturen einer Region sind notwendig, um die Klimakrise zu bekämpfen. Aber in einem kapitalistischen System ist es eine Chance, die Wohlstandskluft zwischen den Reichen und den Armen zu vergrößern. Das kann zu sozialer Not führen und Proteste auslösen, die im Extremfall in einen gewaltsamen Konflikt umschlagen können. Und Gewalt zwingt Menschen zur Flucht…

Die Ironie ist, dass die Menschen, die als erste und am stärksten betroffen sein werden, nicht diejenigen sind, die für die Klimakrise verantwortlich sind. Historisch gesehen haben wir unseren modernen Wohlstand durch die industriellen Revolutionen erreicht, die durch Kohle, Öl und Gas angetrieben wurden. Wir haben jahrhundertelang Treibhausgase emittiert und nebenbei den globalen Süden konialisiert. Jetzt wissen wir alle, was die Kosten dieser Emissionen sind: die Klimakrise und all die Auswirkungen, einschließlich derer, die ich zuvor genannt habe.

Aber hey, die Menschen sitzen an unseren Grenzen in Lagern, mit dreckigen Toiletten, schimmeligem Essen, schlammigen Zelten, rauem Wind und nicht zu vergessen die Pandemie. Aber in Europa erleben wir einen Anstieg von rassistischen Verunglimpfungen in Form von populistischen Parteien. Wo bleibt da die Solidarität?

Es ist an der Zeit, dass ökologische Notsituationen als Asylrecht anerkannt werden. Es ist an der Zeit, dass der globale Norden seine dunkle Vergangenheit anerkennt und Schritte unternimmt, um eine hellere Zukunft zu schaffen. Nicht nur für unsere Kinder, sondern für die Menschen, die in unserem Migrationssystem feststecken, für die Sans Papiers, für die Flüchtlinge, die in unbewohnbaren Lagern sitzen, FÜR DIE MENSCHEN, die im Mittelmeer ertrinken als Opfer der rassistischen Politik Europas. Der Kampf gegen die Klimakrise erfordert Klimagerechtigkeit, nicht Naivität und Hass.  
Was wollen wir? !

Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen,

hätte am Ostermontag, 5.4.2021, für den Bodensee-Friedensweg 2021 in Überlingen die Abschlussansprache halten sollen. Da der Friedensweg wegen Corona nicht durchgeführt werden kann, hat sie ihre Rede auf ihr Smartphone gesprochen. Diese ist hier zu hören mit Bildern aus früheren Bodensee-Friedenswegen.

Gegen Politik mit Waffen – für ein Klima des Friedens!

Elgin Raupach aus Deutschland hätte am Ostermontag, 5.4.2021, für den Bodensee-Friedensweg in Überlingen sprechen sollen – zum Thema: «Mit Klimagerechtigkeit schaffen wir Frieden!» Da der Friedensweg wegen Corona nicht durchgeführt werden kann, wurde ihre Ansprache aufgezeichnet.

Der Friedensweg 2021 im Spiegel der Medien

Der Bodensee-Friedensweg 2021 in Überlingen wurde wegen Corona abgesagt. Trotzdem fanden sich im kleinen Kreis Friedensbewegte ein. 

Hier die Rede von Christian Harms vom örtlichen Komitee Überlingen. Die Filmaufnahmen stammen von Claus Kittsteiner, zusammengestellt von as.

Heiko Thamm wurde vom ARD interviewt – er ist alleine für den Frieden gelaufen. Leider ist das Video nicht mehr verfügbar.

Für diese R(h)heingehört sprach Redakteurin Julia Felder zum Anlass des bevorstehenden Bodensee-Friedenswegs 2021 mit zwei Mitgliedern der internationalen Spurgruppe: Michaela Amann Scherrer (Thara) und Frieder Fahrbach.

Leider ist der Beitrag nicht mehr verfügbar.

Wir durften dieses Jahr im Organisatorenteam des Bodenseefriedenswegs 2021 für Vorarlberg mitwirken. Leider kann der Friedensmarsch an Ostermontag in Überlingen wie geplant heuer wieder nicht stattfinden. So dürfen wir auf diesem Wege allen Teilnehmer*innen, Freund*innen und Unterstützer*innen einen herzlichen Gruss mit Bildern aus unserer wunderschönen Heimat schicken, auch um aufzuzeigen, weshalb wir uns verpflichtet fühlen für den Frieden in der Bodenseeregion mitzuwirken. Wir sind sicher, dass wir am 05.04.2021 trotzdem in unseren Herzen und im Geiste mit allen unseren Anliegen verbunden sein werden.

Video leider nicht verfügbar.

Herzliche Grüsse von Thara und Uthar vom österreichischen Druidenorden

(Michaela und Harald Nagelseder, Spurgruppe Vorarlberg)

 

Internationaler Bodenseefriedensweg bleibt virtuell

Ungeachtet dessen sehen sich die Friedensaktiven am Bodensee im Einsatz für zivile Konfliktlösungen mehr gefordert denn je und plädieren unter dem Stichwort „FriedensKlima“ für „Abrüsten und Klima schützen“. Zu lange falsche Prioritäten gesetzt: Statt zum Beispiel in Gesundheitsvorsorge würde in militärische Forschung und Aufrüstung investiert

Autor:  Hanspeter Walter
Überlingen – Die Organisatoren des Internationalen BodenseeFriedensWegs   nehmen ihre Verantwortung für die Gesundheit der Menschen Ernst und verzichten auch 2021 auf einen analogen Ostermarsch oder Friedensweg, wie er seit vielen Jahren unter Beteiligung der Anrainerstaaten am Ostermontag veranstaltet wurde. Die im Vorjahr geplante Landesgartenschau hatte schon 2020 die Entscheidung für Überlingen als Veranstaltungsort nahegelegt. Doch auch in diesem Jahr wird der öffentliche Bodenseefriedensweg aufgrund der Pandemie virtuell bleiben. Ungeachtet dessen ist das Thema „Frieden und Klima“ für die Beteiligten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtiger denn je. Deshalb werden die Beiträge aller Referenten online bereitgestellt werden, teilweise als Video, aber zumindest in Form des Redebeitrags in Textform. Was ursprünglich vor den Kulissen der Überlinger Altstadt vorgetragen werden sollte, soll nun im virtuellen Raum die Diskussion um Militäreinsätze und Waffenexporte anregen, hoffen die Veranstalter. Mit dem Ziel einer Weichenstellung, die auf gewaltfreie Lösungsstrategien setzt und militärisches Vorgehen überflüssig macht.

„Sicherheit neu denken – ab 2040 keine Bundeswehr“ lautet der Titel eines Strategiepapiers der Evangelischen Landeskirche Baden, an das der Freiburger Theologe Theo Ziegler in seinem Beitrag anknüpft. Selbst Helmut Kohl habe sich vor 40 Jahren der Forderung „Frieden schaffen ohne Waffen“ nicht ganz entziehen können und habe mit seiner Antwort „Frieden schaffen, mit immer weniger Waffen“ den Weg in eine entmilitarisierte Welt schrittweise für denkbar gehalten. Heute dagegen werde der Ruf nach mehr Rüstung immer lauter. Umso wichtiger sei die Initiative „Sicherheit neu denken“, die sich das Gründungsziel der Vereinten Nationen auf die Fahnen geschrieben habe, „künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren.“ Dazu sei dringend eine Qualifizierungen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung auf der persönlichen, sozialen und politischen Ebene ebenso erforderlich wie die Konversion der Bundeswehr in ein internationales THW und eine entsprechende Neuausrichtung der Rüstungsindustrie.

Dass Friedenspolitik untrennbar mit dem Klimaschutz verbunden ist, darauf weisen die jungen Aktivisten Miriam Rizvi aus St. Gallen, Constantin Eberle von ‚Fridays for future Vorarlberg‘ und Elgin Raupach aus Friedrichshafen hin. „Wenn Naturkatastrophen eine Gemeinschaft erschüttert, sind die sozialen Ungerechtigkeiten schärfer denn je“, sagt die Schweizerin: „Sie zwingen Tausende, auf der Suche nach einer neuen Heimat zu gehen.“ Die Klimagerechtigkeit fordere, diesen sozialen Missstand aufzulösen, indem man weltweit die Emissionsrechte gleich verteile, fordert der Österreicher Constantin Eberle: „Klimagerechtigkeit bedeuten auch Frieden zu schließen, um gemeinsam dieses Problem anzupacken.“  Auf eine Studie des Wuppertal-Instituts verweist die Häflerin Elgin Raupach und zeigt dessen „Perspektiven in eine friedlichere und klimagerechtere Welt“ auf.

Den jungen Aktivisten stärkt die Schweizer Umweltwissenschaftlerin und Nationalrätin Claudia Friedl den Rücken. „Nur mit Klimagerechtigkeit schaffen wir Frieden“, sagt sie und fordert Solidarität in der Corona-Katastrophe. „Sie bedroht nicht nur uns, sondern auch die Menschen in den Elendslagern auf den griechischen Inseln. Die Hilferufe hören wir schon längst, aber jetzt müssen wir endlich handeln.“

Einen Dreiklang „Gesundheit schützen! Militär abrüsten und Klimawandel stoppen!“ formuliert die Tübinger Bundestagsabgeordnete Claudia Haydt (Linke) und ist überzeugt: „Militär schafft keine Sicherheit.“ Nicht erst die Corona-Pandemie zeige, dass zu lange die falschen Prioritäten gesetzt worden seien. „Statt in öffentliche Gesundheitsversorgung zu investieren, wurde militärisch aufgerüstet“, sagt Haydt. „Anstatt global gemeinsam Forschung zu betreiben, um die drängenden Menschheitsaufgaben zu bewältigen, wurde und wird in neuen Militärblöcken teure Rüstungsforschung betrieben.“

 

Unterstützende Organisationen und Fahnenplakat

Wir bedanken uns bei den Organisationen,
die zum Internationalen Bodensee-Friedensweg 2021 einladen und ihn unterstützen:

In Deutschland:
    •    Amnesty International Lindau: www.ai-lindau.de
    •    Attac Lindau: www.attac-netzwerk.de/lindau
    •    BUND-Naturschutz Kreisgruppe Lindau, www.lindau.bund-naturschutz.de
    •    Bündnis 90/Die Grünen Bodenseekreis, www.gruene-bodenseekreis.de
    •    Bündnis 90/Die Grünen KV Konstanz, www.gruene-konstanz.de  
    •    Bündnis 90/Die Grünen Landkreis Lindau, https://gruene.li
    •    Bündnis 90/Die Grünen Tettnang, www.gruene-tettnang.de
    •    Bündnis 90/Die Jungen GRÜNEN Lindau-Westallgäu, https://gj-lindau-westallgaeu.de 
    •    Bunte Liste Lindau, www.bunteliste.de
    •    Café Mondial Konstanz, www.cafe-mondial.org    
    •    DFG-VK Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Bodensee-Oberschwaben, Überlingen, www.dfg-vk.de
    •    DIE LINKE Kreisverband Bodensee, die-linke-bodensee.de
    •    DIE LINKE LK Lindau, www.die-linke-allgäu.de  
    •    DIE LINKE  Ravensburg: www.linke-ravensburg.de
    •    Die Welle, Wangen i.A., die-welle.org
    •    Eine-Weltgruppe St.Georg Wasserburg, www.weltladen-wasserburg.de/unser-verein
    •    Eulenspiegel Bioladen und Projektwerkstatt, Wasserburg: www.eulenspiegel-wasserburg.de
    •    Ev. Erlöser Kirche Friedrichhafen
    •    Evang.Kirchenbezirk/Dekanat Konstanz: www.ekikon.de
    •    Evang. Kirchengemeinde Überlingen: www.evangelisch-in-überlingen.de
    •    FJS   Forum Junge Senioren Überlingen, https://evangelisch-in-überlingen.de/page/59/forum-junge-senioren
    •    Freie Grüne Liste Konstanz, https://www.fgl-konstanz.de
    •    FFF FridaysforFuture Bodensee / Überlingen, https://fridaysforfuture.de
    •    Friedensinitiative Konstanz: maik(at)schluroff.de
    •    Friedenskreis Überlingen: friedenskreis-ueberlingen.jimdo.com
    •    Friedensforum Überlingen: doc.b.wipper(at)t-online.de
    •    friedens räume Lindau, www.friedens-raeume.de
    •    Friedensregion Bodensee e.V., Überlingen, www.friedensregion-bodensee.de
    •    GLOBAL Bad Waldsee – Unterstützung für Geflüchtete, www.global-bad-waldsee.de
    •    IFOR Internat. Versöhnungsbund deutscher Zweig: www.ifor.de
    •    Kath. Betriebsseelsorge Ravensburg, www.dekanat-allgaeu-oberschwaben.drs.de/…/betriebsseelsorge.html
    •    Kath. Erwachsenenbildung LK Lindau, www.keblindau.de
    •    Keine Waffen vom Bodensee e.V. (KWvB),Lindau,  www.keinewaffenvombodensee.de
    •    Konstanzer Stadtratsfraktionen: FDP, Freie Grüne Liste, Linke Liste, SPD: www.konstanz.de
    •    Lebenshaus Schwäbische Alb, Gammertingen: www.lebenshaus-alb.de
    •    Mesopotamisches Kultur Zentrum Friedrichshafen

    •    ÖDP Lindau, www.oedp-lindau.de

    •    Ohne Rüstung Leben Stuttgart: www.ohne-ruestung-leben.de

    •    PFF Parentsforfuture Lindau / Überlingen, https://parentsforfuture.de/de/lindau
    •    Pax Christi Ravensburg/Lindau: www.paxchristi.de
    •    Save me Konstanz: www.save-me-konstanz.de
    •    TERE DES FEMMES, Konstanz: www.frauenrechte.de/…/konstanz-hochschulgruppe
    •    Ver.di-Ortsverein Konstanz
    •    Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –Bund der Antifaschisten Konstanz-Singen und VVN-BdA Oberschwaben, www.vvn-bda.de
    •    Verein Soziale Skulptur Achberg: www.sozialeskulptur.com

    •    VVN-BdA Friedrichshafen-Ravensburg / Konstanz-Singen, www.vvn-bda.de
    •    Wasserkarawane Überlingen, www.wasserkarawane.de

    •  Pfarreiengemeinschaft Lindau Münster „Unsere Liebe Frau“ Insel,  St. Josef Reutin, St. Maria, Königin des Friedens Zech, Lindau

    •  Konstanzer Stadtratsfraktionen: Freie Grüne Liste, Bündnis90/Die Grünen, Linke Liste, SPD

 

 

In der Schweiz
    •    Amnesty International Ostschweiz Rorschach / St. Gallen / Werdenberg, www.amnesty.ch
    •    Amnesty Lokalgruppe Thurgau www.LokalgruppeThurgauFB.ch
    •    CaBi Antirassismus-Treffpunkt St. Gallen, www.cabi-sg.ch
    •    Caritas TG/SG-AI/AR, www.caritas-stgallen.ch, www.caritas-thurgau.ch
    •    Claro-Laden St. Gallen, www.claro.ch
    •    Evangelische und Katholische Kirchgemeinden Romanshorn / Rorschach
    •    Friedenswoche St. Gallen, http://www.frieden-ostschweiz.ch
    •    Gewerkschaftsbund SG, http://www.sgb-sg.ch
    •    Grüne TG/SG, www.gruene.ch
    •    Junge Grüne SG, www.jungegruene.ch/sg
    •    Gruppe für eine Schweiz ohne Armee, www.gsoa.ch
    •    HEKS Hilfswerk der evang. Kirchen Reg.Stelle Ostschweiz und Rechtsberatungsstellen für Asylsuchende, St.Gallen www.heks.ch
    •    IFOR Internationaler Versöhnungsbund Schweiz www. ifor-mir.ch
    •    Integrale Politik Gruppe Ostschweiz, www.integrale-politik.ch/regionen-2
    •    JUSO TG/SG, Romanshorn: www.thurgau.juso.ch
    •    Klimastreik St.Gallen
    •    Netzwerk Junge Erwachsene der Evang.-ref. Kirche SG,www. junge-erwachsene.ch
    •    Ökumenische Kommission GFS SG-AI/AR, www.ack-asg.ch
    •    Politische Frauengruppe SG, www.pfg-sg.ch
    •    Public Eye Regionalgruppe Ostschweiz, https://www.evb.ch//regionalgruppen
    •    Religiös-sozialistische Vereinigung Schweiz, www.resos.ch
    •    SBI – Sozialistische Bodensee-Internationale www.bodensee-internationale.eu
    •    Schweizerischer Friedensrat, www.friedensrat.ch
    •    Solidaritätsnetz Ostschweiz/ Oberthurgau www.solidaritaetsnetz.ch
    •    Sozialdemokratische Parteien AR / SG / TG,  www.sp.ch
    •    Sozial- und Umweltforum Ostschweiz, www.sufo.ch
    •    Sozialistische Bodensee – Internationale, www.bodensee-internationale.eu
    •    SP Ortsparteien Kreuzlingen und Steckborn: www.sp-tg.ch/sektionen
    •    Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung, www.thebe.ch

    •     Zentrum für Frieden LichtAll, Winterthur, www.lichtall.org

 

Unterstützt von:
    •    Evang.-reform. Kirche Kanton St. Gallen (Kirchliche Erwachsenenbildung)

 

 

In Vorarlberg

ACUS (Arbeitskreis Christentum & Sozialdemokratie) A-6900 Bregenz, www.acus.at,
Amnesty International – http://vorarlberg.amnesty.at/
ATTAC Vorarlberg https://www.attac.at/gruppen/regionalgruppen/attac-vorarlberg,
Bildungshaus St. Arbogast, Götzis: https://arbogast.at/
Caritas der Diözese, Feldkirch. www.caritas-vorarlberg.at
Evangelische Gemeinde A.H.B. Dornbirn, A-6850 Dornbirn,
FridaysforFuture Vorarlberg, eberleconstantin@gmail.com
Friedenskraftwerk Vorarlberg http://friedenskraftwerk.at/
Grüne Bildungswerkstatt Vorarlberg, Bregenz: www.gbw.vorarlberg.gruene.at
Die Grünen Vorarlberg, https://vorarlberg.gruene.at/,
Hundephysiotherapie Gangart, Azmoos;
KAB Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung Vorarlberg – www.kab-vorarlberg.com/
Katholische Kirche Vorarlberg und Katholische Kirche – gesellschaftspolitischer Stammtisch, Organisationen: EthikForum Vorarlberg, EthikCenter, Lebensgestaltung und Ethik, 6800 Feldkirch
IFOR Internat. Versöhnungsbund österr. Zweig: www.ifor.at
Initiative Wachstum im Wandel, https://wachstumimwandel.at/
InKonTra – Interkulturelle Konflikttransformation http://www.inkontra.at/
Malin-Gesellschaft Vorarlberg, Bregenz: www.malingesellschaft.at
Naturfreunde Vorarlberg – vorarlberg.naturfreunde.at
Naturschutzbund Vorarlberg , Dornbirn: https://naturschutzbund.at/vorarlberg-1140.html,
Ökumenisches Bildungswerk Bregenz  –  http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/bregenz/organisation/oekumenisches-bildungswerk-bregenz
Österreichischer Druidenorden, Feldkirch, http://www.oesterreichischer-druidenorden.at/
Omas gegen Rechts:  https://omasgegenrechts.at/bundeslander/vorarlberg
Pax Christi: www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/pax-christi
Piratenpartei, Thüringen. https://piraten-thueringen.de
Plan:g, Bregenz. https://plan-g.at
Proton – das freie Radio http://radioproton.at/
Verein Amazone Bregenz: www.amazone.or.at
Verein Friedenskraftwerk Vorarlberg, Hohenems. http://friedenskraftwerk.at/

 

Liechtensteinische (Friedens-)Organisationen
Amnesty International Liechtenstein: www.amnesty.li

 

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